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LEO KANDL 01.Nov.2015
MdM Rupertinum Salzburg
ausstellung 31. Oktober 2015 bis 28. Februar 2016

Leo Kandl, Preisträger des Otto Breicha-Preis für Fotokunst 2015
Menschen und Orte - Fotografien aus 40 Jahren.
Photograph
geboren 1944 in Mistelbach/A
lebt und arbeitet in Wien/A

"Das Museum der Moderne Salzburg freut sich, Leo Kandl (geb. 1944 in Mistelbach, lebt in Wien) mit dem diesjährigen Otto Breicha-Preis für Fotokunst zu würdigen.
Kandl ist ein stiller und feinsinniger Beobachter, der die unterschiedlichsten Orte der Welt aufsucht, um von dort Bilder mitzubringen, die von seinen Begegnungen künden. Die Fotografien der Serie Weinhaus aus den 1980er-Jahren erzählen von Menschen am Rande der Gesellschaft und formulieren ein berührendes Zeugnis eines Lebens im Halbdunkel der Weinstuben, Bahnhofbuffets und Kaschemmen am Wiener Gürtel. In den 1990er-Jahren befasste sich Kandl mit der Kultur individueller Kleidung als Residuum menschlicher Existenz. Seine „Sakko-Fotos" belegen gleichzeitig die Anwesenheit und die Abwesenheit des Trägers. 


Passanten und Zufallsbegegnungen sind ein wiederkehrendes Moment im Werk von Leo Kandl. Waren es zunächst anonyme Porträts, die er auf der Straße einfing, so führte er in späteren Jahren mittels Annoncen und Kontaktanzeigen bewusst Treffen herbei. Um 2000 startete er die Serie Free Portraits, die auf umfassenden Vorbereitungen und Verabredungen mit ihm zuvor unbekannten freiwilligen „Modellen" basiert.


Seit seinem Studienaufenthalt 2003 im Iran interessiert sich Kandl für Stadtlandschaften und Peripherien. Es sind die Anonymität der Orte und die „Atmosphäre des Übersehenen", welche ihn auch zu seinen Bildrecherchen in Moldawien und der Ukraine anregten. Darüber hinaus widmet er sich auch seiner Heimatstadt Wien: Unspektakuläre Straßenzüge, Wohnungsbauten aus den 1970er-Jahren, ein Kiosk, eine Trafik – Kandl sieht in ihnen geometrische Bildkompositionen, unwillkürliche Architekturen des Zufalls. 

In der Ausstellung wird anhand von etwa hundert Exponaten ein Überblick über Kandls Schaffen seit den 1980er-Jahren gezeigt. Die Werke stammen aus Sammlungsbeständen des Museums, ergänzt durch neue Arbeiten, die rund um seine Free Portraits entstanden sind.


Kuratorin: Margit Zuckriegl, Museum der Moderne Salzburg"


photographie bernhard müller / mamiya 645 TMAX 400
aus der serie "photographic"
TOBIAS ZIELONY | PHILIP RIZK 29.Nov.2015
Fotohof Galerie Salzburg
Ausstellung 24.November bis 23. Jänner 2015

Tobias Zielony "A COLONIAL LANDSCAPE"
Photograph, Künstler
1973 geboren in  Wuppertal/Deutschland
lebt in Berlin|Deutschland

Philip Rizk "A COLONIAL LANDSCAPE"
Filmemacher, Autor
1982 geboren in Limassol/Zypern
lebt in Kairo/Ägyten


"Der FOTOHOF zeigt eine gemeinsames Projekt von Tobias Zielony und Philip Rizk, beide Vertreter Deutschlands auf der diesjährigen Biennale in Venedig. Es handelt sich um eine fotografische Recherche zur politisch äußerst prekären Situation in Palästina, die Zielony im Herbst 2013 in Ramallah entwickelt hat. In seiner ersten expliziten Landschaftsarbeit geht es um die Westbank als Ort des Konflikts um Land, Wasser, Infrastruktur, aber auch um identitäre Fragen.

Der Titel der Ausstellung basiert auf dem Text „A Colonial Landscape" von Philip Rizk. Auf Einladung von Tobias Zielony hat der deutsch-ägyptische Filmemacher und Autor Philip Rizk zu den Bildern einen Text erschaffen, der als eigenständige literarische Arbeit mit in die Ausstellung eingeht. Der Text, der unabhängig von den Fotoarbeiten geschrieben wurde, spricht das an, was in den Bildern von Tobias Zielony oft nur subtil angedeutet wird: das Auffinden individueller Geschichten von Menschen, die untrennbar mit einer Form der Neo-Kolonisierung verbunden sind, die die Einwohner durch Konsum und Kredite individualisiert und so die politische Solidarität unterhöhlt."

photographie bernhard müller / mamiya 645 TMAX 400
aus der serie "photographic"